Die Kraft des Vakuums ...
Schröpftherapie und
Gua Sha
Schröpftherapie (Ba Guan)
Die Schröpftherapie (auch klassisches trockenes Feuerglas-Schröpfen genannt) zählt zu einem der ältesten Heilverfahren der Menschheit und wird schon seit über 5000 Jahren praktiziert. Nahezu jede alte Medizinkultur hat unabhängig voneinander Schröpfen in verschiedenen Varianten praktiziert. Im klassischen Griechenland war das Schröpfen so geschätzt, dass die Schröpfglocke zum Emblem des Arztes wurde.
Es gibt verschiedene Varianten der Therapie, z.B. das trockene Schröpfen, wie ich es in meiner Praxis einsetze, oder das blutige Schröpfen, bei dem vor dem Aufsetzen des Glases die Haut leicht angeritzt wird. Das Ziel ist immer dasselbe:
- die Durchblutung fördern und den Lymphstrom aktivieren
- Schadstoffe (Säuren, Schlackenstoffe und Toxine) aus dem Gewebe lösen und ausleiten, die Säure-Base-Regulation verbessern
- den Energiefluss im Körper harmonisieren.
Das Immunsystem wird nachweislich aktiviert (neues Blut muss gebildet werden, die Anzahl der weißen Blutkörperchen wird durch regelmäßige Schröpftherapie oder Gua Sha gesteigert), Entzündungen gemindert und Heilungsprozesse werden beschleunigt. Über eine Entgiftung des Körpers kann auch das Hautbild beeinflusst werden. Auch innere Organe können über das Schröpfen beeinflusst werden.
Gua Sha (Schaben)
Auf ähnliche Weise wirkt Gua Sha, dem wiederholtem Schaben auf eingeölter Haut mit einer abgerundeten Kante (z.B. mit einem chinesischen Porzellansuppenlöffel, einer abgenutzte Münze oder einem Jadestein). Die abgerundete Kante wird auf die eingeölte Haut gedrückt und entlang der Muskeln oder der Meridiane in ca. 10 bis 15 cm langen Zügen bewegt. Ziel ist eine verstärkte Durchblutung der Haut (wobei auch kleine Einblutungen entstehen können, die aber normalerweise nach 2 bis 4 Tagen wieder verschwinden).m ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit. Ut elit tellus, luctus nec ullamcorper mattis, pulvinar dapibus leo.
FAQ - Häufige Fragen zum Thema Schröpfen / Gua Sha
Was kostet das?
Das der Behandlung vorausgehende Beratungsgespräch ist kostenlos. Wird es dann konkreter mit der Erstellung einer Anamnese und eines Behandlungsplans berechne ich dafür 60,- €. Die Kosten der Behandlung richten sich dann nach dem zu behandelnden Areal und der Anzahl der Termine. Als Richtgröße: die Kosten für einen Behandlungstermin liegen etwa zwischen 50,- und 100,- €. Dies alles wird im Beratungsgespräch transparent besprochen.
Wie läuft die Behandlung ab?
Vor dem Einstieg in die Schröpfbehandlung steht ein ausführliches, persönliches Beratungsgespräch in meiner Praxis. Sollte dann die Schröpftherapie oder eine Gua Sha Behandlung infrage kommen, folgt ein detailliertes Ananmnese- und Aufklärungsgespräch und die gemeinsame Festlegung eines Behandlungsplans. Daran schließen sich dann die einzelnen Behandlungstermine an.
Wie funktioniert Schröpfen?
Das Grundprinzip der Schröpftherapie ist, dass durch einen äußeren Einfluss (Vakuum bzw. Schaben beim Gua Sha) die Durchblutung der Haut und der Lymphfluss angeregt werden, was dann Muskelverspannungen oder Verklebungen von Faszien lösen kann. Beim trockenen Schröpfen, wie ich es in meiner Praxis anwende, wird die Luft in der Schröpfglocke (Schröpfkopf) erhitzt, der Kopf dann auf die zu behandelnde Stelle aufgesetzt. Durch Abkühlung der Luft im Glas entsteht der Unterdruck; das Glas saugt sich an der Haut fest. Durch den Unterdruck tritt Flüssigkeit aus dem unterliegenden Gewebe aus, sammelt sich in dem durch das Glas angesaugten Bereich und es bildet sich ein Hämatom.
Darf das Finanzamt schröpfen?
Nein. Das Finanzamt befreit einen zwar auch schmerzhaft vom Geld, es „schröpft“ einen, wie der Volksmund sagt, aber ob das eine die Gesundheit stärkende Wirkung hat ist doch arg umstritten. Das „richtige“ Schröpfen ist dann doch der Heilkunst kundigen Menschen vorbehalten. Und meist auch wesentlich billiger als der Steuerbescheid….
Ist die Wirksamkeit belegt?
Es gibt umfangreiche Studien und Veröffentlichungen zur Wirksamkeit des Schröpfens. Hier einige Beispiele zum trockenen Schröpfen:
- Chronischer unspezifischer Nackenschmerz: Forscher der Universität Duisburg-Essen wiesen nach, dass eine Serie von fünf trockenen Schröpfbehandlungen chronische Nackenschmerzen signifikant linderte und die funktionelle Beweglichkeit der Halswirbelsäule verbesser
Lauche, F., Cramer, H., Choi, K. E., et al. (2011). The chronic effects of cupping therapy on non-specific neck pain: a series of randomized controlled trials. European Journal of Pain - Anhaltender unterer Rückenschmerz (Placebo-kontrolliert): Diese randomisierte kontrollierte Studie zeigte, dass trockenes Schröpfen im Vergleich zu einer Scheinbehandlung (Sham-Cupping) Schmerzen und die funktionelle Einschränkung (gemessen via Oswestry Disability Index) akut deutlich verringerte.
Al-Jaouni, S. K., et al. (2021). Effect of Dry Cupping Therapy on Pain and Functional Disability in People with Persistent Nonspecific Low Back Pain. PubMed / Journal of King Abdulaziz University [. - Fersensporn / Plantarfasziitis: Die Studie untersuchte Patienten mit schmerzhafter Plantarfasziitis. Trockenes Schröpfen (2-mal pro Woche über 4 Wochen) führte zu einer signifikanten Schmerzreduktion (VAS) beim Gehen und am Morgen und war in der Wirkung mit der klassischen Elektrotherapie vergleichbar.
Ge, W., et al. (2017). Dry cupping for plantar fasciitis: a randomized controlled trial. PubMed / Journal of Physical Therapy Science - Unspezifischer Rückenschmerz (vs. Wärmetherapie): Die Untersuchung zeigte, dass trockenes Schröpfen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen bei unspezifischen Rückenschmerzen genauso effektiv oder in Teilbereichen nachhaltiger linderte als die klassische Anwendung von Wärmepackungen.
Mohammad, A., et al. (2021). The Effectiveness of Dry Cupping and Hot Pack in Pain Relief and Reduce Functional Disability on Non-specific Low Back Pain. ResearchGate / International Journal of Health Sciences - Gewebeflexibilität und Sportrehabilitation (Review): Dieser systematische Review, der überwiegend Studien zum trockenen Schröpfen auswertete, fand eine moderate Evidenz für die Erhöhung der Flexibilität von Weichgewebe (Faszien) sowie für die Linderung von Muskelkater im Sportkontex
Hou, X., et al. (2022). Evidence-based and adverse-effects analyses of cupping therapy in musculoskeletal and sports rehabilitation. PubMed / Journal of Back and Musculoskeletal Rehabilitation. - Funktionelle Einschränkungen bei Rückenschmerzen (Metaanalyse): Die Metaanalyse verglich trockenes und blutiges Schröpfen. Sie stellte fest, dass trockenes Schröpfen eine erhebliche Reduktion der Schmerzintensität bei Rückenschmerzen bewirkt, während die Verbesserung der Lebensqualität beim blutigen Verfahren in dieser Datenlage etwas ausgeprägter war
El-Shamy, S., et al. (2022). Effectiveness of self-management of dry and wet cupping therapy for low back pain: A systematic review and meta-analysis. PubMed Central / Medicine: - Pulsierendes trockenes Schröpfen bei Kniearthrose. In dieser kontrollierten Studie der Charité Berlin führte pulsierendes trockenes Schröpfen (Unterdruck im Wechsel) zu einer deutlichen Linderung der arthrosebedingten Knieschmerzen im Alltag im Vergleich zur unbehandelten Kontrollgruppe:
Teut, M., Kaiser, S., Ortiz, M., et al. (2012). Pulsatile dry cupping in patients with osteoarthritis of the knee – a randomized controlled exploratory trial. BMC Complementary and Alternative Medicine: - 8. Myofasziales Schmerzsyndrom (Triggerpunkte). Die Studie untersuchte das trockene Schröpfen direkt über myofaszialen Triggerpunkten des Trapezmuskels. Trockenes Schröpfen führte zu einer Erhöhung der Schmerzdruckschwelle und war zur Entlastung verhärteter Muskelbänder effekti
Tantawy, S. A., et al. (2018). Laser therapy versus dry cupping in the treatment of myofascial pain syndrome. Journal of Physical Therapy Science.
Wann werden Schröpftherapie oder Gua Sha angewendet?
Schröpfen wird bei einer Vielzahl von Beschwerden als hilfreich beschrieben, unter anderem bei Infektionsanfälligkeit, häufige Erkältungen, zur Umstimmung bei beginnender Infektion, Rheuma, Rückenschmerzen, Fasziale Verklebungen, Schmerzen der Muskulatur (Verspannungen u.ä.), Bronchitis, Asthma, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Verdauungsproblemen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Organproblemen. Ba Guan (Schröpfen) dient in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) der Lösung von Qi- und Blut-Stagnationen, dem Ausleiten von Wind, Kälte und Feuchtigkeit sowie – je nach Technik – der Reduktion von Fülle-Zuständen oder der Tonisierung bei Leere. Es fördert die Zirkulation von Qi und Blut, löst Blockaden und unterstützt die Wiederherstellung des energetischen Gleichgewichts.
Gua Sha wird – im klassischen chinesischen Gebrauch – zur Behandlung von Muskelverspannungen, myofaszialen Schmerzen, Faszienverklebungen und akuten sowie chronischen Beschwerden des Bewegungsapparates eingesetzt. Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) dient Gua Sha der Lösung von Qi- und Blut-Stagnationen, der Ausleitung von pathogener Hitze sowie der Regulation von Fülle- und Leere-Zuständen, indem die Durchblutung und der Energiefluss angeregt und die Selbstregulation des Körpers unterstützt werden.
Wie kann eine äußerliche Therapie auf innere Organe wirken?
Die Lage der Schröpfstellen ist abhängig vom Behandlungsziel. Sollen muskuläre Verspannungen gelöst werden, werden die Köpfe über den betroffenen Stellen angesetzt, sollen innere Organe beeinflusst werden, werden die Gläser auf den so genannten Head’schen Zonen platziert, Hautarealen, die der Vorstellung nach über neurophysiologische und reflektorische Verbindungen mit bestimmten Organen verknüpft sind. Diese Wirkung macht man sich bei verschiedensten Krankheitsbildern zunutze. Deshalb gilt Schröpfen auch als Reflextherapie, bei der ein Heilreiz ausgeübt wird und Körperfunktionen reguliert und stimuliert werden.
Gibt es Risiken oder Nebenwirkungen?
An den behandelten Stellen können sich unterschiedlich stark ausgeprägte Blutergüsse bilden. Auch bei der Schabetechnik des Gua Sha sind leichte Rötungen bis hin zu Hämatomen erwünscht, um einen guten Therapieeffekt zu erzielen. Diese blauen Flecken (Hämatome) bleiben einige Stunden oder auch Tage bestehen, man sollte daher eine Schröpftherapie nicht am Tag vor dem Galaball machen an dem man das schicke rückenfreie Kleid anzieht. Keine Sorge: Diese sichtbare Nebenwirkung des Schröpfens ist jedoch grundsätzlich erwünscht und daher keine Nebenwirkung im engeren Sinne.
Sie würden sich gerne schröpfen lassen?
Ich stehe ihnen für Fragen aber natürlich auch für eine Behandlung zur Verfügung. Vereinbaren Sie doch einfach einen Termin?
