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Qigong – Hirn und Herz: vom Denken ins Fühlen Teil 2

Teil 1 dieses Beitrags findet man hier

Mehr Schutz und neue Kraft – Prävention und Regeneration

Herz und Gedanken im Einklang: am besten werden Fähigkeiten zur Stressbewältigung nicht erst dann eingeübt, wenn die eigenen Kräfte bereits erschöpft sind. Regelmäßiges präventives Training kann helfen, Warnsignale früher zu erkennen und hilfreiche Reaktionen rechtzeitig verfügbar zu haben. Wer Qigong in ruhigeren Lebensphasen erlernt, kann die Übungen in belastenden Situationen leichter abrufen. Körper und Geist kennen die Bewegungen bereits und finden dadurch häufig schneller in den vertrauten Übungsrhythmus.

Gleichzeitig kann Qigong die Regeneration nach anstrengenden Phasen wirkungsvoll unterstützen. Die Übungen bieten einen sanften Weg, wieder in Bewegung zu kommen, die Atmung zu vertiefen und die eigenen Kräfte bewusster wahrzunehmen. Qigong eignet sich daher sowohl als präventive Methode zur Stressbewältigung als auch zur Begleitung von Regenerationsphasen.

Herz-Qigong: „Mit der Kraft des Herzens“

Im Herz-Qigong steht der Herzraum im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird das Herz nicht ausschließlich als körperliches Organ betrachtet. Es wird sinnbildlich auch mit Bewusstsein, innerer Klarheit, Freude und der Fähigkeit verbunden, mit sich selbst und anderen in Kontakt zu sein.

Die sanften Bewegungen des Herz-Qigong werden mit Atmung, Vorstellungskraft und einer achtsamen inneren Ausrichtung verbunden. Sie können dabei unterstützen, seelische und körperliche Anspannung bewusster wahrzunehmen und eine Haltung von Ruhe, Offenheit und innerer Sammlung zu entwickeln.

Herzintelligenz und die Verbindung zum eigenen Ich

Der Begriff Herzintelligenz beschreibt hier keine medizinische Diagnose und keinen messbaren Intelligenzwert. Gemeint ist die Fähigkeit, neben dem analytischen Denken auch körperliche Empfindungen, Gefühle, Bedürfnisse und persönliche Werte wahrzunehmen und in Entscheidungen einzubeziehen.

Im hektischen Alltag werden diese inneren Signale leicht übergangen. Das Herz-Qigong lädt dazu ein, stiller zu werden, die Atmung zu vertiefen und die eigene Wahrnehmung zu verfeinern.

Dadurch kann ein bewussterer Zugang zu Fragen entstehen wie:

  • Was tut mir gerade wirklich gut?
  • Wo überschreite ich meine eigenen Grenzen?
  • Was gibt mir Kraft und innere Ausrichtung?
  • Was brauche ich, um mich wieder mit mir selbst verbunden zu fühlen?
  • Welche Entscheidung ist für mich wirklich stimmig?

        Herz-Qigong kann damit eine körperorientierte Praxis für mehr Selbstkontakt, Kohärenz, emotionale Ausgeglichenheit und einen bewussteren Umgang mit Stress sein.

        Die 8 Brokate im Tai-Ji-Stil: außen kräftigen, innen sammeln

        Die 8 Brokate, auf Chinesisch Baduanjin, gehören zu den bekanntesten traditionellen Qigong-Übungsreihen. Der Name verweist auf etwas Kostbares und sorgfältig Gewebtes: Die acht einzelnen Übungen greifen ineinander und bilden gemeinsam eine harmonische Bewegungsfolge. Ich unterrichte die 8 Brokate im Tai-Ji-Stil: die Bewegungen sind fließend, rund und miteinander verbunden. Sie fördern nicht nur innere Ruhe und Konzentration, sondern beziehen den gesamten Körper ein.

        Die Übungen verbinden:

        • Aufrichtung und Stabilität,
        • sanfte Dehnung und Kräftigung,
        • fließende Bewegungen und bewusste Gewichtsverlagerungen,
        • vertiefte Atmung & in Kontakt mit dem eigenen Rhytmus
        • Fokussierung und Körperwahrnehmung

          Dadurch wird der Körper sowohl außen als auch innen angesprochen. Äußerlich können Haltung, Beweglichkeit, Koordination und körperliche Stabilität gefördert werden. Innerlich schulen die Übungen Ruhe, Aufmerksamkeit und die Verbindung zwischen Bewegung, Atmung und Vorstellungskraft.

          Yin und Yang: Balance zwischen Kraft und Entspannung

          Die 8 Brokate machen zentrale Prinzipien von Yin und Yang körperlich erfahrbar. Stabilität wechselt mit Beweglichkeit, Spannung mit Lösung, Aktivität mit Ruhe und Aufrichtung mit Loslassen. Gesunde Balance entsteht nicht dadurch, dass nur ein Zustand angestrebt wird. Der Körper benötigt sowohl Kraft als auch Entspannung. Der Geist braucht sowohl Konzentration als auch innere Weite.

          Beim Üben lernen die Teilnehmenden, diese scheinbaren Gegensätze miteinander zu verbinden:

          • kraftvoll, ohne hart zu werden,
          • entspannt, ohne in sich zusammenzufallen,
          • konzentriert, ohne sich anzuspannen,
          • beweglich, ohne die eigene Mitte zu verlieren.

          So können die 8 Brokate die Balance zwischen Körper und Geist sowie zwischen den Yin- und Yang-Qualitäten des Menschen unterstützen.

          Durch den wiederkehrenden Ablauf entsteht zunehmend Vertrautheit. Die Aufmerksamkeit muss sich nicht mehr ausschließlich mit der äußeren Bewegung beschäftigen und kann sich stärker nach innen richten. Aus einer Bewegungsfolge entwickelt sich eine meditative Praxis, die später auch selbstständig zu Hause ausgeführt werden kann.ahren und zum Herz-Qigong anmelden]

          Kursangebot

          Das aktuelle Kursangebot im Bereich Qigong finden Sie hier.

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