Viele Menschen verbringen einen großen Teil ihres Tages im Kopf. Sie planen, organisieren, bewerten und reagieren. Die Wahrnehmung des eigenen Körpers tritt dabei häufig in den Hintergrund. Müdigkeit, Anspannung oder Überforderung werden manchmal erst bemerkt, wenn sie bereits sehr ausgeprägt sind.
Qigong lädt dazu ein, die Aufmerksamkeit vom Denken zurück in den Körper zu führen. Dieser Prozess wird auch als Embodiment bezeichnet: Körperliche Empfindungen, Atmung, Bewegung und innere Wahrnehmung werden bewusst miteinander verbunden.
Im Qigong geht es nicht allein darum, Bewegungsabläufe korrekt auszuführen. Entscheidend ist die Erfahrung während des Übens:
– Wie stehe ich im gegenwärtigen Moment?
– Wo halte ich unbewusst Spannung fest?
– Wie fühlt sich meine Atmung an?
– Kann ich eine Bewegung ausführen, ohne mich anzustrengen?
– Was verändert sich, wenn mein Atem tiefer und ruhiger wird?
Durch diese Form der Aufmerksamkeit kann die Verbindung zum eigenen Körper und zum eigenen Ich wieder deutlicher spürbar werden. Statt den Körper nur zu kontrollieren oder funktionieren zu lassen, wird er als lebendiger Teil der eigenen Persönlichkeit erlebt.
